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Wandertipp
01/2002 - präsentiert von Ursula Brem und Wandertipp.de !
Die Region:
Wer kennt ihn nicht, den Pilatus, das
alpine Wahrzeichen hoch über der Stadt Luzern in
der Zentralschweiz! Der Pilatus ist von zwei Seiten mit Bahnen erschlossen:
mit der steilsten Zahnradbahn der Welt (Steigung 48%) ab Alpnachstad oder
einer spektakulären Luftseil- und Gondelbahn ab Luzern/Kriens.
Für die vorgeschlagene Tour mit
ihren steilen Auf- und Abstiegen sind griffige Wanderschuhe und trockenes
Wetter unabdingbar. Nebel im Mittelland und Schönwetter in den Bergen
sind ideale Voraussetzungen, um auf dem Gipfel, der oft in Wolken verhüllt
ist, die sensationelle Aussicht auf den Vierwaldstättersee
und die Alpen zu geniessen.
Empfehlenswert ist der Aufstieg
über die Normalroute Alpnachstad - Ämsigen - Pilatus (4.30
h), der zwar ebenso steil, aber perfekt markiert ist. Sie beginnt direkt
bei der Talstation der Pilatusbahn in Alpnachstad.
Wir aber hatten viel Zeit und wählten
bis zum Bahnkreuzungspunkt Ämsigen, wo die beiden Routen zusammentreffen,
einen für uns neuen, aber schlecht markierten Umweg über die
Chrätzenalp.
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Interessante
Links zur Region:
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Unsere Tourenbeschreibung:
Anfahrt
mit der Bahn über Luzern nach Alpnach Dorf (Fahrplan)
Talort
Alpnach Dorf
Ausgangspunkt
Talstation der Pilatusbahn in Alpnachstad
Stützpunkte
/ Berggasthäuser:
-
Pilatus-Kulm
und Bellevue, Tel. +41 (0) 41 670 12 55
-
Fräkmüntegg, Tel. +41
(0) 41 320
23 33
-
Fräkmüntalp, Tel. +41
(0) 41 320
99 22
-
Gschwänd, Tel. +41 (0) 41 320 14 14
-
Brunni, Tel. +41 (0) 41 630 12 20
-
Krienseregg, Tel. +41 (0) 41 320 17 37
-
Berghotel
Langis, Glaubenberg (ob Sarnen): Tel. +41 (0) 41 675 10 68
-
Alpwirtschaft Lütholdsmatt, 1149
m, Mai - Okt, +41 (0) 41 670 11 85, 2 h ob Alpnach Dorf
Wegbeschreibung:
1. Tag:
4.50 h, aufwärts 1630 m
Route: Alpnach
Dorf 440 m - Zelg - Unter Chrätzenalp 1359 m - Ämsigen
1359 m - Chilchsteinen 1865 m - Pilatus Kulm 2070 m.
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Beim Bahnhof Alpnach Dorf folgen wir
dem Wegweiser "Pilatus", dasselbe bei der schönen Dorfkirche. Der
Weg folgt dem rechten Kanalufer und dann auf der Strasse bergauf zum nächsten
Wegweiser, wo wir die Pilatus/Lütholdsmatt-Route verlassen und dem
Wegweiser "Chrätzenalp" folgen. Wir steigen rechts zum obersten Bauernhaus
hinauf, wo uns die Bewohner weglos über eine Wiese zum Waldrand hinauf
weisen. Dort finden wir den einzigen gelben Wanderweg-Rhombus auf der ganzen
Route!
Links in den Wald hinein und auf überraschend
schönem Saumweg hinauf zur Waldlichtung. Dort überqueren wir
die Fahrstrasse zur Lütoldsmatt und steigen sehr steil durch den Zelgwald
bergauf. Zuerst ist der Pfad überwachsen, dann wird er breiter, ab
und zu geben verblichene rot/weisse Markierungen die Gewissheit, auf dem
richtigen Weg zu sein - bis dass bei einer Waldlichtung auf Punkt 1200
m ein letzter rot/weisser Pfosten in der Wiese steht, wo der Weg zu Ende
ist.
Es bleibt nichts anderes übrig,
als nun weglos ca. 100 Höhenmeter steil die Wiese hinauf zu kraxeln.
Wenn oben eine Scheune sichtbar wird, führt rechts ein breiter, matschiger
Weg durch das Tobel, auf dessen Sonnenseite die "Untere Chrätzenalp"
thront. Die Hüttenbewohner bestätigen, dass wir auf dem richtigen
Weg sind, und laden uns spontan zu Kaffee und Kuchen ein.
Das Verlassen dieser gastfreundlichen
Runde fällt schwer, doch wir haben erste die Hälfte des Weges
hinter uns. Um zur Ämsigenalp zu gelangen, könnte man zum
breiten, markierten Weg oberhalb der Hütte aufsteigen. Wir aber
wählen den parallel führenden schmalen Pfad direkt unter der
Hütte, der Höhenkurve entlang, vorbei am Aussichtspunkt mit dem
grossen Holzkreuz, das von weit her zu sehen ist. |
| Eine halbe Stunde später sind
wir beim Bahnkreuzungspunkt Ämsigen, wo als Spezialität
nicht die Weichen, sondern die ganzen Schienen sich bewegen, das reinste
Spektakel, besonders wenn, wie bei unserem Besuch, die Bähnchen in
6-er-Gruppen auf- und abfahren. Im Notfall und bei Bezahlung des ganzen
Billetts könnte man hier ein- oder aussteigen. |

Oberhalb Ämsigen, mit Sicht auf die Alpen
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| Nun sind wir auf der normalen Aufstiegsroute,
und entsprechend gut ist der Weg angelegt und markiert. Er steigt entlang
des Schienenstrangs, so dass wir in nächster Nähe das Winken
der Fahrgäste erwidern und die kühn angelegte Fahrstrecke bewundern
können. Die Bahn ist so steil, dass die Zahnstange nicht wie üblich
hochkant steht, sondern auf der Spur liegt, damit zwei Zahnräder beidseitig
einfädeln können.
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Das Tal weitet sich zu einem breiten,
gewaltigen Felskessel, auf dessen linken Flanke wir an Höhe gewinnen.
Bei den
"Chilchsteinen" mündet die Route von der Lütholdsmatt
in unseren Weg ein. In steilem Zickzack steigen wir die letzten Höhenmeter
zum Pilatus Kulm auf, wo uns eine grandiose Aussicht erwartet. |
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Esel, der höchste Gipfel der Pilatuskette, an
dessen Flanke sich die Zahnradbahn empor schraubt.
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Chilchsteinen, vor uns die
letzten Höhenmeter; oben sichtbar die beiden Hotels |
Übernachtung im historischen Hotel
Kulm oder im komfortablen Rundhotel Bellevue.
An der Reception werden wir
auf die Zeit des morgigen Sonnenaufgangs hingewiesen; offenbar gibt es
Gäste, die nur schon deswegen hier oben übernachten.
Nach dem
Nachtessen im Panoramarestaurant Pilatus Kulm sollte man nach dem
Eindunkeln unbedingt nochmals auf die Terrasse hinausgehen: der Blick auf
den Sternenhimmel und das erleuchtete Luzern hinunter ist fantastisch! |
2. Tag,
5 h: aufwärts 80 m, abwärts 1760 m
Abkürzungsmöglichkeit:
Seilbahn Gschwänd-Brunni
Route: Pilatus-Kulm 2070
- Tomlishorn 2132 m - Pilatus-Kulm - Chriesiloch - Klimsensattel 1869 m
- Alp Gschwänd 1216 m - Brunni 815 m - Hergiswil 450 m
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Sonnenaufgang auf dem Pilatus, mit Sicht auf
den Vierwaldstättersee und die Alpen
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Den Sonnenaufgang mitsamt dem ganzen
Alpenpanorama sieht man am besten auf dem 70 m höher gelegenen
"Esel"-Gipfel
2122 m, den man von der Terrasse des Rundbaus über einen gesicherten
Treppenaufgang besteigen kann. |
| Eigentlich hatten wir die Gratwanderung
über das Gemsmettli und ums Widderfeld nach Langis/Glaubenberg geplant.
Die ersten 30 Minuten bis zum Aussichtspunkt Tomlishorn sind gut gesichert
und sogar mit sportlichen Kinderwagen begehbar. Ab hier beginnt der schmale
Pfad zum Sattel hinunter, wo wir unsere Pläne aufgegeben haben. Obwohl
die Umstände ideal waren: sonnig, trocken, windstill, und gemäss
Informationen Drahtseile installiert seien - dieser abschüssige Gratweg
zum Gemsmettli hinauf war uns nun eindeutig zu riskant! Also zurück
zum Pilatus-Kulm.
Oberhalb vom
Hotel Kulm durchsteigen wir das "Chriesiloch", ein natürlicher
Felsspalt, mit einer Metallleiter auf der andern Seite. Dort beginnt ein
steiler Serpentinenweg zum Klimsensattel und zur Kapelle hinunter. Schöner
Platz für eine Rast. Hier führen verschiedene Pilatuspfade
zusammen.
Durch das Geröll der rauhen Pilatus-Nordseite
mit ihren Schluchten, Türmen und Tobeln senkt sich der Weg jetzt Kehre
um Kehre zum Berggasthaus Alp Gschwänd (Tel. 041 630 14 01).
Unterhalb dieser schönen Raststätte gelangen wir in die Waldregion,
verlassen sie aber schon vor dem Bergrestaurant Brunni (Tel. 041 630 12
20) wieder, um von hier aus über Wiesen und Weiden nach Hergiswil
zu gelangen.
Weitere Abstiegsvarianten:
a) Pilatus - Klimsensattel - Fräkmüntegg
(ausgesetzte Stellen) 1.40 h
(oder mit Seilbahn bis Fräkmüntegg)
- Krienseregg 1 h - Kriens 480 m, 1 h, Bus Nr. 1 nach Luzern Bahnhof 0.10
h
b) Pilatus - Klimsensattel - Unterlauelen
- Eigenthal 1010 m, 3.20 h
c) Pilatus - Chilchsteinen - Tumli
- Birchboden - Schy - Lütholdsmatt - Alpnach 452 m, 3.40 h (schlecht
markiert und teils sumpfig)
d) Pilatus - Chilchsteinen - Langenmatt
- Lütholdsmatt - Alpnach 452 m, 3.40 h |
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